Jagdethik und Moral

 

Was hat Ethik und Moral mit der Jagd  zu tun ?

 

Die Begriffe Ethik und Moral vereinigen sich bei uns Jägern in dem Begriff Waidgerechtigkeit.

 

Was Waidgerechtigkeit ist, das merkt man oft erst... wenn sie fehlt! Die Waidgerechtigkeit, oder nennen wir sie getrost Ethik, appelliert an unser Gewissen, an unsere Moral verantwortungsvoll mit den in unsere Obhut gegebenen Geschöpfen umzugehen. Es zeugt von unserem ethischen Niveau, wenn wir Wildtiere nicht wie Sachen ansehen oder wie seelenlose Automaten behandeln.

 

Nur wer ethisch handelt hat auch langfristig Erfolg. Es mag sein, dass einem kurzfristig auch ohne Moral Großes gelingt, doch langfristig wird sich dieses Handeln immer negativ auswirken.

 

Jagdreviere sind keine Spielwiesen für Entspannung und Ausgleich suchende, gestresste Zeitgenossen, sondern kleine Ökosysteme, die man in unsere Obhut gegeben hat. Die Jägerei ist ein Handwerk, ein uraltes Handwerk, ein edles Handwerk, das sich im Laufe der Zeit zu einem echten Kulturgut entwickelt hat. 

 

Stets sollten wir aber bemüht sein anzuerkennen, dass alle hochentwickelten Tiere über ein Gefühlsleben verfügen, dass sie Schmerz empfinden können, dass sie auch eine Seele haben, dass sie Lebensbrüder oder Schwestern der gleichen Schöpfung sind.

 

 Beim Jagen gilt: Der Weg ist das Ziel!

 

Diesen Weg gehen zu dürfen ist es was uns glücklich und dankbar macht. Wir lesen die für viele unserer Mitmenschen verborgenen Zeichen der Natur, die uns Aufschluss über die Vorgänge im Revier geben.

 

Jeder Jagdtag ist das, was wir aus ihm machen. Wer nur Beute will und mit dumpfen Sinn an allem Schönen vorbeistampft wird nichts ernten. Wer aber offenen Auges und frohen Herzens durch Gottes freie Natur wandert, der wird auch ohne Schuss einen glücklichen Tag verleben.

 

Als Jäger erfahren wir oft die glücklichsten Stunden unseres Lebens, aber alles Glück ist nichts wenn wir es nicht mit einem Kameraden, Freund oder Partner teilen können. Freundschaftliche Bande unter Jägern gibt es angeblich nur wenn ein Revier dazwischen liegt. Leider ist dies oft so, dass die Reviergrenze einer Demarkationslinie gleicht an der die Freundschaft endet. Oft verhalten sich auch Jäger und Fischer wie feindliche Brüder. Jäger und Fischer bezeichnen sich beide als Naturliebhaber, beide lieben die eine Natur, und wenn zwei die Gleiche lieben, dann gibt es nicht selten Probleme.

 

Dabei braucht die Natur gar keine Liebhaber, sondern Menschen, die sich mit all ihrer Kraft schützend vor sie stellen!

 

Text   © Auszug  Bayerischer Jagdverband e.V. Jagdethik und Moral